Diese Bibliothek versammelt – in Form von Abstracts, Buchtipps und Links zu Online-Artikeln – biologisches und ökologisches Expert*innen-Wissen zum Thema Insekten, zu ihrem Verschwinden und zu den Möglichkeiten, das Verschwinden aufzuhalten.
Bienen und Schmetterlinge sind besonders betroffen. – Online-Artikel von ARD alpha fasst neue Meta-Studie zum Insektensterben zusammen.
Die Biologin Dr. Viola Clausnitzer erklärt in einem Interview mit der Senckenberg Onlineredaktion, wieso der Mensch der Hauptverursacher des Insektensterbens ist und welche Auswirkungen der Rückgang der Insekten hat.
„Über biologische Vielfalt zu schreiben bedeutet, über eine unwiederbringlich verlorene Vielfalt zu schreiben, irreversible Verluste zu bezeugen. Obwohl es gute Gründe gibt, pessimistisch zu sein, sollten wir uns allerdings auch nicht in Trauer und Fatalismus einrichten, sondern auf das Machbare konzentrieren: Wir sollten die Aufgabe ernst nehmen, die noch vorhandenen Reste zu schützen, Räume der Wildnis, und das heißt vor allem: Räume einer biologischenVielfalt in ihrer vollen Integrität, so weit wie möglich zu bewahren, zurückzugewinnen und unsere Kulturlandschaften vor einer noch weiterenVerarmung zu schützen, die auch in Mitteleuropa droht. Dabei stehen wir vor der paradoxen Aufgabe, Erfahrungshorizonte auch dort offen halten zu müssen, wo das, was wir erfahren könnten, immer weiter zurückweicht.“
(Andreas Hetzel: "Vielfalt achten. Eine Ethik der Biodiversität", Transcript-Verlag, Bielefeld 2024, S.41
1875 gründete sich der Entomologische Verein Fauna zu Leipzig. Zweck war die Pflege der Insektenkunde und die Erforschung der entomologischen Fauna von Leipzig und Umgebung. Im Jahr 1900 gab der Verein als Zusammenfassung von Forschungsergebnissen das Buch Die Gross-Schmetterlinge der Leipziger Gebiete heraus.
Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Entomologischer_Verein_Fauna_(Leipzig)
Aktuelle Forschungsfrage: Wie viele der in dem Buch aufgeführten Schmetterlingsarten existieren heute noch?
Bild: gemeinfrei, https://de.wikipedia.org/wiki/Entomologischer_Verein_Fauna_(Leipzig)#/media/Datei:Die_Gross-Schmetterlinge_des_Leipziger_Gebietes.jpg
„Die Natur erinnert uns daran, dass wir nicht die Macher unseres Lebens und unserer Welt sind. Wir müssen wegkommen von diesem Macher-Wahn. Vielmehr müssen wir versuchen, ein gutes Verhältnis zu dem zu finden, was einfach da ist. Selbst wenn die äussere Natur verloren ginge, gäbe es immer noch viel, das einfach so geschieht: Jemand wird schwer krank oder ein Kind kommt behindert zur Welt. Es geht also um Demut, um Gelassenheit und auch um die Freude über das, was es alles gibt: zu staunen, sich zu wundern über die Vielfalt der Welt (…) Wenn Sie in einer Diskussion über die Lage der Natur mit den Fakten der Klimaveränderung kommen, mit der Gefährdung des Überlebens der Menschheit und was das alles kosten wird, diese Gefahr abzuwenden, hört man Ihnen gut zu. Wenn Sie aber sagen «Ich liebe die Natur, ich will ihre Schönheit erhalten», geraten Sie unter den Verdacht, selbst so ein Luxusgeschöpf zu sein, das ein Haus irgendwo in einer Bilderbuchlandschaft hat und dazu noch die Muße, die Natur dort zu genießen. Oder Sie gelten als gefühlsduselig, man hält Sie für eine Romantikerin oder Nostalgikerin. Diese Erfahrung habe ich in meinen 30 Jahren Engagement für die Natur immer wieder machen müssen.“
Angelika Krebs (Philosophin) (zit. nach: https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Das-Weltbild-der-Igel.html)
„Um unruhig zu bleiben, müssen wir uns auf eigensinnige Art verwandt machen. Das meint, dass wir einander in unerwarteten Kollaborationen und Kombinationen, in aktiven Kompostierungen brauchen. Wir werden miteinander oder wir werden gar nicht. Diese Art der materiellen Semiotik findet stets situiert, an einem bestimmten Ort, wo und nicht nirgendwo statt, sie ist verwoben und weltlich. Als Einzelne, mit unseren je eigenen Expertisen und Erfahrungen, wissen wir zu viel und zu wenig; also überlassen wir uns der Verzweiflung oder der Hoffnung, obwohl weder das eine noch das andere eine kluge Haltung ist.“
Donna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän, Campus Verlag Frankfurt/M. 2018, S.13
Rapide Schmetterlingsrückgänge in den Vereinigten Staaten
Anfang März 2025 veröffentlichte das amerikanische Wissenschaftsmagazine Science die Ergebnisse der bisher umfassendsten Studie zum Bestand der Schmetterlinge in den USA. Allein zwischen den Jahren 2000 und 2020 sind hier die Schmetterlingspopulationen um 22 Prozent zurückgegangen. Als wichtige Ursachen für den Rückgang ist der Verlust artenspezifischen Lebensräumen und der starke Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ausgemacht.
https://www.science.org/doi/10.1126/science.adp4671
Fotocredit:SevenStorm JUHASZIMRUS, https://www.pexels.com/de-de/foto/monarchfalter-thront-auf-blatt-425244/
Pestizideinsatz in der Landwirtschaft
Fotocredit: Von Spraying on Coveney Byall Fen by Richard Humphrey, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=124338734
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